Engelbert Weiß

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1891    † 1944

 

Lebenslauf

Engelbert Weiß wurde am 30.4.1891 in Thalgau (Salzburg) geboren. Er war Eisenbahner. Er war Funktionär der revolutionären Sozialisten Österreich und arbeitete in der Salzburger Eisenbahnerwerkstätte.

Bemühen um Zusammenlegung von Aktivitäten der KPÖ und den revolutionären Sozialisten

Engelbert Weiß bemühte sich um Ausweitung der illegalen Organisation ins Ausseerland. 1940 und 1941 fanden Gespräche zwischen KPÖ und RSÖ (revolutionäre Sozialisten Österreichs) statt, um die Aktivitäten zusammen zu legen. Engelbert Weiß wäre politischer Leiter, J. Ebner, der Leiter der illegalen KPÖ-Organisation Salzburg, sein Stellvertreter geworden; die Bemühungen scheiterten an unüberbrückbaren ideologischen Gegensätzen.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 5. 2. 1942 wurde Engelbert Weiß verhaftet, und am 28. 9. 1943 zum Tode verurteilt. Am 7.4.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Die Angeklagten Weiß, [Alfred] Reska und [Karl] Seywald haben im Gau Salzburg eine Gruppe der ’Revolutionären Sozialisten‘ gegründet und bis zu ihrer Festnahme im Februar 1942 geleitet. Sie werden deshalb wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode und zu lebenslangem Ehrverlust verurteilt.“

Gedenktafeln, Benennung einer Verkehrsfläche nach Engelbert Weiß

Sein Name steht auf einer Gedenktafel im Betriebsgebäude der ÖBB Salzburg-Gnigl (Röckelbrunngasse 12); ebenso an seinem Wohnhaus in der Eisenbahnersiedlung, wo eine Verkehrsfläche (Engelbert-Weiß-Weg) nach ihm benannt ist.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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